Nicht nur Menschen, sondern auch unsere geliebten Vierbeiner können einen Sonnenbrand bekommen. Dabei reagieren vor allem hellhäutige Tiere empfindlich auf die im Sonnenlicht befindlichen UV-A und UV-B Strahlen. Sonnenbrand, allergische Reaktionen und entzündliche Hautveränderungen entstehen in Abhängigkeit des individuellen Hauttyps, der Dauer der Exposition und auch durch bereits vorgeschädigte Epidermis (= obere Hautschicht). Besonders empfindlich sind weiße Abzeichen oder eine helle Maulpartie bei Pferden sowie rosafarbene Hundenasen, aber auch andere Körperstellen können betroffen sein.

Mauke bei Pferden durch Sonneneinstrahlung?
Bei weiß gefesselten Pferden kann Mauke auch durch eine Lichtüberempfindlichkeit der Haut (Photodermatitis) auftreten. Bakterien und/oder Milben siedeln sich leicht auf der durch Sonneneinstrahlung angegriffenen Haut an, was die Symptome verschlimmert, die Ursachenfindung erschwert und oft eine langwierige Therapie zur Folge hat. Hier ist wichtig zu wissen, dass auch bestimmte Kräuter, Medikamente und Umgebungssprays eine Lichtüberempfindlichkeit hervorrufen können.

Unser Tipp: Mineralische Sonnencreme einsetzen!
Chemische vs. mineralische Sonnenschutzcreme

Bei den vielfältigen Angeboten an Sonnenschutzcremes ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal von Sonnencremes ist die Form der eingesetzten Wirkstoffe.
Chemischer Sonnenschutz absorbiert Sonnenstahlen und es findet eine chemische Reaktion statt, bei der Wärme abgegeben wird. Die verwendeten Stoffe stehen im Verdacht, als endokrine Disruptoren zu wirken (stören die natürliche Hormonfunktion) und Effekte auf das Nervensystem zu haben.

Mineralische Sonnenschutzcreme absorbiert Sonnenstrahlen (hauptsächliche Wirkungsweise) und es findet keine chemische Reaktion mit den Sonnenstrahlen statt. Mineralische Sonnenschutzmittel enthalten Zinkoxid und/oder Titandioxid. Titandioxid wird in Hautcremes als sicher angesehen, aber bei oraler Aufnahme und vor allem beim Inhalieren kann es gesundheitliche Schäden verursachen. Das stellt ein Problem dar und es ist wichtig bei der Produktauswahl auf eben diese Inhaltsstoffe zu achten. Eine orale Aufnahme der Sonnencreme, durch Abschlecken bei Hunden oder bei der gegenseitigen Fellpflege von Pferden lässt sich nur schwer vermeiden.

Wir empfehlen daher Zinkoxid statt Titandioxid zum Schutz vor UV-A- & UV-B-Strahlen. Zinkoxid ist eine natürliche, anorganische Substanz mit wundheilungsfördernden und antiseptischen Eigenschaften. Es bietet einen breiteren Schutz als Titandioxid, besonders im UV-A Langwellen Bereich. So schützt Zinkoxid nicht nur vor Sonnenbrand, sondern auch effektiv vor Hautalterung und Schädigung der tiefen Hautschichten. Am sichersten ist ein Sonnenschutz, dessen Zinkoxidpartikel nicht im Nanobereich liegen. Man geht davon aus, dass Nanopartikel durch die Haut diffundieren können und dadurch auch in den Organen landen. Nanopartikel werden eingesetzt, da sie im Gegensatz zu Mikropartikeln nicht die typisch weiße Farbe haben. Zum Glück sind unsere Vierbeiner nicht so eitel und die weiße Farbe fällt auf den weißen Hautstellen ohnehin nicht besonders auf.

Wie schütze ich meine Tiere am besten vor den Sonnenstrahlen?
An sonnigen Tagen muss Weidepferden genügend schattige Plätze zur Verfügung gestellt werden, auch wenn es sich nicht vermeiden lässt, dass sie ihren Schattenplatz zum Grasen verlassen. Fliegenschutzmasken mit Nasenteil sind eine Option, um das Gesicht des Pferdes zu schützen. Weiterhin schützt eine pflegende Sonnenschutzcreme die betreffenden Körperpartien durch physikalische Abdeckung. Dabei ist darauf zu achten, dass die Sonnencreme möglichst lange haftet, ohne zu verkleben.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Vierbeinern sonnige Tage ohne schmerzhafte Folgen!

Quellen:

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Dreno, B., Alexis, A., Chuberre, B., & Marinovich, M. (2019). Safety of titanium dioxide nanoparticles in cosmetics. Journal of the European academy of dermatology and venereology, 33, 34-46.
Gehlen, H, Deegen, E, Ohnesorge B. Schwerpunktthema Dermatologie. Photodermatitis bei Pferden. Pferdespiegel 2/2025, 68 – 70. DOI: 10.1055/s-002-20301
Smijs, T. G., & Pavel, S. (2011). Titanium dioxide and zinc oxide nanoparticles in sunscreens: focus on their safety and effectiveness. Nanotechnology, science and applications, 95-112.

 

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